Die inklusive Pädagogik ist ein internationaler Ansatz in der Pädagogik, der sich auf die Menschenrechte bezieht und fordert, dass eine Schule für alle konzipiert werden muss, in der niemand ausgesondert wird.

 

Allgemeines zur Entwicklung der Inklusion an der Eugen-Kaiser-Schule
Als vor einigen Jahren die Idee der Inklusion zunächst im Bereich der Arbeit mit Menschen mit Handicaps aus anderen Ländern dieser Welt auch in Deutschland Fuß zu fassen begann und allmählich Zustimmung und damit Raum im Diskurs auf verschiedenen gesellschaftlichen Ebenen gewann, fühlten wir uns an der Eugen-Kaiser-Schule direkt davon angesprochen und fragten uns zunächst leise und etwas zaghaft: „Sind wir nicht bereits auf dem Weg dahin?“ Wir setzten uns über Literaturstudium und Fortbildungen mit der Thematik auseinander und können heute selbstbewusst sagen: „Ja, wir waren bereits auf dem Weg und sind es jetzt umso mehr.“ Und wir sind stolz, uns als inklusiver berufliche Schule bezeichnen zu dürfen! 

Hier finden Sie eine ausführliche Beschreibung unseres Konzepts zur Erlebnispädagogik, Psychomotorik und zur Theaterpädagogik zum Downloaden.

Eine über 40jährige Tradition – die Entwicklung einer inklusiven Unterrichtsgestaltung an der Eugen-Kaiser-Schule Hanau 

Die Entwicklung von inklusivem Unterricht an der Eugen-Kaiser-Schule begann bereits in der 70er Jahren. Im Grunde bereits bevor der Begriff der Inklusion im Rahmen schulischer Arbeit genutzt wurde.  

Lehrkräfte der Eugen-Kaiser-Schule nutzten die zu diesem Zeitpunkt mögliche Öffnung beruflicher Schulen in Hessen für Menschen mit geistiger Beeinträchtigung und erarbeiteten für diese Schülergruppe neue Unterrichtskonzepte. Schnell wurde die Eugen-Kaiser-Schule in einer hessenweiten schulübergreifenden Arbeitsgruppe aktiv und baute diesen Bereich kontinuierlich aus, der sich zunächst jedoch ausschließlich auf die Arbeit in lerngleichen Gruppen bezog und keinen gemeinsamen Unterricht beeinträchtigter und nicht-beeinträchtigter Schülerinnen und Schüler vorsah. Die Eugen-Kaiser-Schule wurde in diesem Bereich damit sehr schnell zum Vorreiter beruflicher Schulen in Hessen. 

Diese Phase kann als Vorbereitung, für die sich später entwickelnden Unterrichtideen gesehen werden, die in den 1990er Jahren ausgebaut wurden. Zu dieser Zeit wurde im Rahmen des Sportunterrichts von zwei Kollegen erstmals gemeinsamer Unterricht mit Schüler/innen der Fachoberschule für Sozialwesen und Schüler/innen mit Beeinträchtigung aus dem Berufsbildungsbereich der Werkstatt für Menschen mit Beeinträchtigung organisiert. Zum ersten Mal wurden hier diese zwei Gruppen gemeinsam unterrichtet, wobei sowohl zielgleiche als auch zieldifferente Lernziele für beide Gruppen bedeutsam waren.  

Die drei vorgestellten Unterrichtsprojekte (Erlebnispädagogik, Psychomotorik und Theaterpädagogik) bilden bis heute einen festen Bestandteil „inklusiver“ Unterrichtsgestaltung an der Eugen-Kaiser-Schule und weisen nach wie vor ein Alleinstellungsmerkmal für berufliche Schulen in Hessen aus.  

Die über 40jährige Tradition des Arbeitens mit Menschen mit Beeinträchtigung haben eine gesamtschulische Haltung geprägt, die weitere inklusive Schulentwicklungen möglich machte. Derzeit werden an der Eugen-Kaiser-Schule ca. 70 Schülerinnen und Schüler aus dem Bereich geistige Entwicklung der Werkstadt für Menschen mit Beeinträchtigung des Main-Kinzig-Kreises sowie 12 Schülerinnen und Schüler aus den Bereichen emotional-soziale Entwicklung, körperlich-motorische Entwicklung, Sprache, Sehen und Hören in verschiedenen Schulformen unterrichtet. sechs weitere Schülerinnen erhalten im Rahmen ihrer Schulzeitverlängerung im Berufsvorbereitungsjahr mit der Fachrichtung Ernährung eine Regelbeschulung. Im nächsten Schuljahr wird die Regelbeschulung für Schülerinnen und Schüler aus dem Bereich geistige Entwicklung ebenfalls in der Schulform zweijährige Berufsfachschule angeboten. 

Seit dem Schuljahr 2009/2010 ist Inklusion fest im Leitbild der Schule verankert:

„Wir sehen die Verschiedenheit der Mitglieder der Schulgemeinde als Normalität an und nutzen die sich daraus ergebende Vielfalt als Chance, um uns weiter auf den Weg hin zu einer inklusiven Schule zu begeben.“


Diese Formulierung wurde aus dem Index für Inklusion (entwickelt von Tony Booth & Mel Ainscow übersetzt, für deutschsprachige Verhältnisse bearbeitet und herausgegeben von Ines Boban & Andreas Hinz; Martin-Luther-Universität Halle Wittenberg; 2003) in das Qualitätsleitbild der Schule im Schuljahr 2009/2010 übernommen.

Dabei sind wir bestrebt, die Idee der Inklusion nicht im Sinne eines Projektes an unserer Schule zu verwirklichen, sondern sie bewusstseinsbildend unsere gesamte Bildungsarbeit durchdringen zu lassen. Inklusion umzusetzen heißt für uns, allen Mitgliedern der Schulgemeinde ein Dabeisein, Dazugehören und Mitgestalten zu ermöglichen. Und wenn Hindernisse auftreten, die das bei Menschen verhindern oder einschränken, bestrebt zu sein, diese Hindernisse zu beseitigen und dann auch Rahmenbedingungen zu verändern.

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